„Zoologischer Garten“ Kunst, die alte Normen bricht

Nina Wolter/ Kunst

Mit der Erfindung der Fotografie verlor die Abbildgenauigkeit im Expressionismus an Relevanz und wurde stattdessen durch die Kreativität du Individualität des Künstlers ersetzt. Dies sieht man sehr deutlich in August Mackes Werk „Zoologischer Garten“. Statt einen Tierpark auf naturalistische Weise abzubilden, spiegelt er seine subjektiven Empfindungen in seinem Werk wieder. Damit dies wirksam zum Ausdruck kommt, wählte der Künstler eine ungewöhnliche Perspektive und eine Tendenz zur Abstraktion, welche der Darstellung einen fremdartigen Charakter verleihen. Hierbei bleiben Schönheitsideale des 19. Jahrhunderts auf der Strecke: es fehlt an Detailgenauigkeit, Tiefenräumlichkeit und naturalistischer Farbgebung. Ganz im Gegenteil, er nutzt zahlreiche Kontraste, unter anderem Komplementär und Hell-Dunkel Kontraste, welche einen Harmonieausgleich erzeugen. Die Verwendung dieser harmonischen Farben kreiert die positive, fröhliche Stimmung, die in den meisten Werken des Künstlers zu finden ist. Es scheint als wolle er in seinen Kunstwerken eine vollkommene, intakte Welt schaffen.

Typisch für den Expressionismus wählt Macke ein Naturmotiv, auch die Entfremdung der Menschen im Stadtleben stellt er in den gleich erscheinenden Silhouetten dar. Ihr auf den Boden gerichteter Blick könnte Desinteresse verkörpern, womit sich das Bild als Gesellschaftskritik an der Moderne interpretieren ließe. Jedoch ändert diese im Endeffekt nichts an der positiven, heiteren Wirkung, mit der das koloristische, spannungsvolle Werk seine Betrachter begeistert.

 

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