„Le moulin de la Galette“ Viel mehr als nur eine Mühle

Nina Wolter/ Kunst

Unter diesem Titel schuf Vincent Van Gogh eine ganze Bildreihe, als Motiv wählte er immer dieselbe Windmühle und ihre Umgebung in Paris. Die Darstellungen der Mühle unterscheiden sich vor allem in Perspektive, Komposition und Farbgebung.  Die Gemälde sind Bestandteile der sogenannten „Montmartre-Serie“, die entstand als der Künstler gemeinsam mit seinem Bruder in diesem Stadtbezirk lebte. Die Windmühle selbst befand sich in der Nähe von Van Goghs Apartment, das er bezog, als er die Niederlande verließ. Mit dem Umzug konnte man auch einen Umbruch in seiner Kunst feststellen, die deutlich farbenfroher wurde und an Helligkeit gewann. Trotz der verwendeten warmen Erd- und Rottöne, wird durch die Trübung der Farben eine düstere, bedrückte Stimmung hervorgerufen. Diese kann als eines der ersten Anzeichen auf Van Goghs Ängste und Depressionen und dem später folgenden Wahnsinn interpretiert werden. Der für den Maler typischen pastöse Farbauftrag verleiht dem Bild Tiefe und Bewegung. Erstaunlich ist, wie ein eher einfaches Motiv einen genialen Künstler über einen langen Zeitraum inspiriert und wie er vielleicht auch seine eigenen Psychosen in dieses Motiv projiziert und ihm somit eine ganz neue Bedeutung gibt.

Übrigens: auch andere Künstler wurden von den Mühlen und dem Flair Montmartres inspiriert, unter ihnen Renoir und Picasso. Diese wählten jedoch als Motiv eine Tanzhalle auf einem der Hügel Montmartres, die ebenfalls den Namen „moulin de la Galette“ trug („Bal du moulin de la Galette“ Pierre-Auguste Renoir 1876, „Le moulin de la Galette“ Picasso 1900).

 

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