„Die Frau am Fenster“ Ein Bild voller Sehnsucht

Nina Wolter/ Kunst

Das Gemälde „Die Frau am Fenster“ ist unverkennbar das Werk einer der bedeutendsten Künstler der Romantik, Caspar David Friedrich. Man erkennt sofort Stilmethoden Friedrichs wieder, die auch in den bekannten Werken „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ und „Der Mönch am Meer“ zu finden sind. Nicht nur die Darstellung der abgebildeten Person als Rückenfigur oder die im gesamten Bild herrschende Symmetrie, sondern auch der Ausdruck von Einsamkeit und Melancholie. Der Künstler unterteilte das Gemälde durch den Hell-Dunkel-Kontrast in zwei Welten: die Äußere und die Innere. Dies hat als Wirkung, dass der Betrachter den dunklen, trostlosen Raum fast nur noch als Rahmen der sich außerhalb befindenden Landschaft ansieht.

Wie bei den meisten Caspar David Friedrich Darstellungen gibt es auch für diese unterschiedlichen Deutungsansätze. Die Lichtführung lässt auf ein empirisches Licht schließen, deutet man sie pantheistisch. Pantheismus ist eine für die Romantik typische religiöse Auffassung, nach der Gott in der Natur zu erfahren ist. Durch die vorhandene Perspektive identifiziert sich der Betrachter mit der Rückenfigur und kann ihre Gefühle nachempfinden: Einsamkeit, Freiheit, Fernweh. Aus diesen Gründen wird das Gemälde oft mit dem Gedicht „Sehnsucht“ von Joseph Eichendorff in Verbindung gebracht, welches die gleichen Motive aufweist.

 

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