Childish Gambino: „Because the Internet“ (2)

Joshua Kuhn/ Musik

Mittlerweile ist der „Boy“ in einer tiefen Depression angelangt. In seiner Lebensweise gefangen durchlebt er starke Psychosen aufgrund seiner Einsamkeit – „No Exit“. Ohne Freunde, Job oder Ziel wird ihm sein einfaches Leben im Luxus zum Verhängnis. Gesangspartien werden von rauen Bässen grob zerrissen, Gambino‘s Stimme ist ungewohnt dunkel. Das Outro klingt jedoch sehr ruhig aus, es wird traurig.

An seinem Tiefpunkt angelangt, versucht der „Boy“ sich das Leben zu nehmen. Mit den einfachen Zeilen „Slide baby, I’m gonna let it go“ wird dies in dem Skit „Death by Numbers“ angedeutet.

Es folgt eine Wahnvorstellung, die er an der Schwelle zum Tod erlebt. Doch anstatt ihm stirbt eine ihm nahestehende Person. In „Flight of the navigator“ wird würdevoll Abschied genommen.

 „Who would have thought this, we almost lost it

When you lie inside darkness, it’s hard to see“

Ein kontinuierlich gespieltes Gitarrenriff und gefühlvoller Gesang schaffen eine finale, friedliche Stimmung. In der Hook wird die Sehnsucht Donalds spürbar („Just hold me close my darling“).

Fortgesetzt wird die Ballade mit „Zealots of Stockholm“, ein Song in dem Glover Leben und Tod in einer friedlichen Hymne verarbeitet, bevor ein zerberstender Bass in die Stimmung bricht und Gambino über einen dominanten Bassbeat rappt. Doch wie ein Sturm auf hoher See verfliegt auch dieser Beat wieder in ein ruhiges Outro mit lyrischer Finesse.

Der Tod prägt nun große Teile der Geschichte, „urn“ erinnert musikalisch an einen Gedenkgottesdienst, thematisch wird die Einsamkeit spürbar, die der Verstorbene hinterlässt:

„I watch ‘em all pass by the moon and stars

Let me hold him in my arms, forever more“

„Let you go, on, to the sea, just for me

Don’t ever leave me, my love“

Nachdem sein Vater verstorben ist, weiß der „Boy“ nicht mehr wie lange sein hinterlassenes Vermögen noch ausreichen wird. In „pink toes“ fängt er an Drogen zu dealen. Seine Freundin, die zuerst noch versucht ihn davon abzuhalten („I thought i told you ’bout it“), gewöhnt sich plötzlich an den Luxus eines Drogendealers („All the money you made, there’ll be plenty of sunshine“). Das Lied scheint friedlich, Gambino scheint schon längst mit dem Leben fertig zu sein, lässt sich in Trance fallen.

Immer mehr in seinem Geschäft versinkend, kommt der „Boy“ in „Earth: The Oldest Computer“ in eine Schießerei mit den Cops. Dem Tod ins Auge blickend reflektiert er sein Leben

„We were gods, nobody was above me“

„No name in the guest list, Hold on we were destined“

und kommt zu dem Schluss dass jeder Tag sein letzter sein kann.

„break free, from all oft the insides

They godless, denied us

But we don’t give a damn about the next day

We were never here, never know if the world change“.

Er beendet die Geschichte mit seinem Tod

„Even I won’t survive, is it unfair?“

„3005, the year that we fear, only god will survive

Tob e alone is alive“

und den Worten

„I’ve been thinking about you“.

 

„life: the biggest troll“ ist quasi ein Rückblick auf das gesamte Album. Gambino lässt sein Leben Revue passieren und stellt es ins Netz, damit es jeder „just before the cops“ sehen kann – „trolling these niggas“.

Er erzählt wie er sich als Kind Freunde erkauft hat und das Internet sein Leben kaputt gemacht hat: „because the Internet, mistakes are forever“. Er bereut seine Fehler, vergleicht seine Depression mit einem langsamen Computer und philosophiert ein letztes Mal über den Tod: „Funny the day you born that’s really your death sentence“. Er erzählt von seiner Freundin und seinem Selbstmordversuch: „And I could’ve died like my iPhone, but i kept going“. Letztendlich versinkt er in Selbstzweifel („Eventually all my followers realize they don’t need a leader“) und kommt zu dem Fazit:

Life’s the biggest troll but the joke is on us“.

Der Song ist sicherlich der kompletteste des Albums und eigentlich schon ein Kunstwerk für sich. Das letzte Outro steht hierbei für sich.

 

„I need you. You have to help me

Please help me

Please…“

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